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Zucker hat viele Namen!

sugar
Ein Großteil unserer Nahrungsmittel enthält Zucker – insbesondere, wenn es sich um industriell hergestellte Lebensmittel handelt. Dass zu viel Zucker nicht nur schädlich für unsere Figur, sondern auch für unsere Gesundheit ist, ist mittlerweile den meisten bekannt. Millionen Menschen erkranken jährlich weltweit an den Folgen des zu hohen Zuckerkonsums;  viele Menschen sind sogar zuckersüchtig. Deshalb achten immer mehr Verbraucher beim Einkauf auf die Zutatenliste und sind bemüht, Lebensmittel auszuwählen, die nicht übermäßig  viel Zucker enthalten.

Für die Lebensmittelhersteller ist das ein Problem. Denn Zucker ist nicht nur ein Süßungsmittel, sondern auch ein Geschmacksverstärker und vor allem – er ist preiswert. Zu dumm nur, dass die Lebensmittel-Informationsverordnung vorschreibt, dass alle Zutaten, die einem Lebensmittel bei der Herstellung zugefügt werden, in der Zutatenliste aufzuführen sind. Hier finden sich alle Zutaten, die enthalten sind, in der Reihenfolge ihres Gewichtsanteils.  Da wäre es natürlich nicht gerade verkaufsfördernd, wenn Zucker allzu oft an erster oder zweiter Stelle stehen würde.

Die Lösung ist einfach: Zucker (gemeint ist hier der herkömmliche weiße Haushaltszucker) wird nur als eine der süßenden Zutaten verwendet. Zusätzlich werden ein oder mehrere andere Süßungsmittel eingesetzt, von denen nur wenige auf Anhieb als Zucker erkennbar sind. So wird zum einen verhindert, dass Zucker zu weit vorne in der Zutatenliste auftaucht, zum anderen, dass der tatsächliche Zuckergehalt schätzbar ist.

Die Zutatenliste für ‚Soßenbinder für dunkle Soßen‘ liest sich z.B. folgendermaßen: Neben pflanzlichen Fetten und Reismehl sind darin modifizierte Stärke, Maltodextrin, Milchzucker, Malzextrakt, Magermilchpulver und Glukosesirup enthalten – alles süßende und zum Zuckergehalt beitragende Zutaten, die vermutlich niemand in diesem Produkt erwartet hätte.

Deshalb hat sich die Lebensmittelindustrie in den letzten Jahren viel Mühe gegeben und immer neue Namen für Zucker „erfunden“ und neue Zuckerarten entwickelt, um den wahren Zuckergehalt in unseren Lebensmitteln zu verheimlichen. So wird Zucker z.B. auch als Glukose oder Traubenzucker bezeichnet; süßende Zutaten mit einem hohen Zuckeranteil werden z.B. als „Fruchtsüße“ oder „Apfeldicksaft“ gekennzeichnet. Das gibt dem Verbraucher zudem das Gefühl, dass das Produkt besonders gesund ist.  

Herausgekommen sind jede Menge Synonyme und Bezeichnungen, die nichts anderes bezwecken, als uns in die Irre zu führen, in dem sie den wahren Zuckergehalt eines Produktes verschleiern. Letztendlich stehen sie alle für dasselbe: ZUCKER! Und so geht wieder einmal Profit vor Verantwortung – schon gar nicht für unsere Gesundheit!

In der folgenden Liste findest Du  verschiedene Namen für Zucker, Süßungsmittel, Zuckeraustausch-stoffe und Süßstoffe, die in Lebensmitteln enthalten sein können.

A

 

Acesulfam K

E 950; synthetischer Süßstoff, der häufig in sog. „Light“-Produkten verwendet wird

Agavendicksaft  / Agavensaft

Dicksaft aus einem mittelamerikanischen Kaktus mit hohem Fructoseanteil

Ahornsirup

Dicksaft aus dem Saft des Ahornbaums; enthält ca. 60 % Zucker

Apfeldicksaft 

stark konzentrierter Apfelsaft, der zu ca. 80 % aus Zucker besteht

Apfelsüße

siehe Apfeldicksaft

Aspartam

synthetischer Süßstoff; auch bekannt unter den Bezeichnungen „NutraSweet“, „Canderel“ oder „E 951“

 

 

B

 

Birkenzucker

pflanzlicher Zuckeraustauschstoff; auch unter der Bezeichnung „Xylit“ bekannt; wird meist aus Buchenholz oder Mais hergestellt; enthält etwa halb so viele Kalorien wie herkömmlicher Zucker

Birnendicksaft

eingedickter Fruchtsaft aus Birnen; auch als Birnenkonzentrat oder Birnenkraut bekannt

Brauner Zucker

Zwischenprodukt der Zuckerherstellung;  er enthält im Gegensatz zu weißem Raffinadezucker noch Reste des dunklen Zuckersirups

 

 

C

 

Cyclamat

E 952, synthetischer Süßstoff

 

 

D

 

Dattelzucker / Dattelsüße

wird aus dem Fruchtfleisch von Datteln hergestellt

Demerara-Zucker

unraffinierter hellbrauner Zucker aus Zuckerrohr mit besonders großen Kristallen

Dextrin

Stärkeabbauprodukt,  das hauptsächlich aus Weizen-, Kartoffel- und Maisstärke gewonnen wird

Dextrose

Veraltete Bezeichnung für Traubenzucker

Dicksaft

stark konzentrierter, dickflüssiger Fruchtsaft

 

 

E

 

Erythrit

E 968; Zuckeraustauschstoff, wird industriell mit Hilfe von Pilzen aus Kohlenhydraten wie Glukose oder Saccharose (Haushaltszucker) hergestellt, enthält keine Kalorien

 

 

F

 

Farinzucker

brauner Zucker, der einen geringen Anteil an Vitaminen und Mineralstoffen enthält

Feinzucker

herkömmlicher Haushaltszucker mit kleinen Zuckerkristallen

Fruchtextrakt

konzentrierter Auszug aus Früchten, der auch zur Süßung von Lebensmitteln verwendet wird

Fruchtsaft

wird wegen seines hohen Fruchtzuckergehalts auch als Süßungsmittel eingesetzt

Fruchtsüße

aus Früchten gewonnener Zucker; soll beim Verbraucher den Eindruck vermitteln, gesünder als herkömmlicher Zucker zu sein

Fruchtzucker

natürlicherweise in Obst und Gemüse enthaltener Zucker

Fructose

andere Bezeichnung für Fruchtzucker; Fructose wird allerdings auch industriell hergestellt, z.B. aus Maisstärke

Fructose-Glucose-Sirup

hochkonzentrierter, industriell hergestellter Zucker, bei dem der Fructose-Anteil höher als 50 % ist

Fructosesirup

hochkonzentriert und industriell hergestellter Fruchtzucker bzw. Fruchtzuckersirup

 

 

G

 

Galaktose

bildet in Verbindung mit Glucose (Traubenzucker) den Milchzucker (Laktose) und kommt  vorwiegend in Milch und Milchprodukten vor

Gelierzucker

Mischung aus Zucker und Geliermitteln

Gerstenmalzextrakt

industriell verarbeitetes Getreide mit einem Zuckeranteil von mehr als 50 %;  wird in der Lebensmittelindustrie zum Süßen eingesetzt

Glucose / Glukose

Traubenzucker, Bestandteil des Haushaltszuckers

Glucose-Sirup

eine aus Stärkemehl gewonnene, eingedickte Lösung, die hauptsächlich aus Traubenzucker besteht

Glucose-Fructose-Sirup

hochkonzentrierter, industriell hergestellter Zucker, bei dem der Glucose-Anteil höher als 50 % ist

 

 

H

 

Haushaltszucker

besteht zu jeweils 50 % aus Glucose und Fructose

High Fructose Corn Syrup

industriell hergestellter Maissirup mit einem hohen Anteil an Fructose; billiger als Haushaltszucker, hat eine höhere Süßkraft und macht Lebensmittel haltbarer

Honig

wird wegen seines hohen Zuckergehalts (ca. 82 %) ebenfalls gerne zum Süßen von Lebensmitteln und Getränken verwendet

 

 

I

 

Invertzucker

Haushaltszucker, der durch ein Wärme-Verfahren in Gemisch aus Fructose und Glucose aufgelöst wird; da Invertzucker nicht kristallisiert, wird er z.B. bei der Herstellung von Eis verwendet

Isoglucose

wird aus Mais oder Weizenstärke hergestellt und ist in seiner Herstellung billiger als Haushaltszucker; besteht meist zu 55 % aus Fructose und zu 45 % aus Glucose

Isomalt

E 953; Zuckeraustauschstoff aus Rübenzucker, wird für die Herstellung von „zuckerfreien“ und „zuckerreduzierten“ Lebensmitteln verwendet, ca. halb so viele Kalorien wie Zucker

 

 

K

 

Kandiszucker

große Zuckerkristalle, die industriell aus hochkonzentrierter Zuckerlösung hergestellt werden, bei braunem Kandis wird eine Zuckerrohrmelasse zugefügt

Karamellsirup

wird aus trocken erhitztem Zucker und Wasser hergestellt

Kokosnusszucker /

Kokosblütenzucker

wird aus dem Nektar der Kokosnussplamen-Blüte gewonnen und enthält geringfügig mehr Nährstoffe als Haushaltszucker, ist jedoch genauso kalorienreich wie dieser

Konzentrierte Fruchtsäfte

Dicksäfte, wie z.B. Apfeldicksaft, Birnendicksaft etc.

 

 

L

 

Laktose

Milchzucker, der in fast allen Milchprodukten vorkommt

 

 

M

 

Maissirup

Wird meist unter den Namen High Fructose Corn Syrup, Isoglucose oder  Fruktose-Glukose-Sirup in der Zutatenliste aufgeführt

Maltit

E 965; Zuckeraustauschstoff, wird auf der Basis von Malzzucker hergestellt

Maltose

siehe Malzzucker

Maltodextrin

Kombination aus Malzzucker und Traubenzucker , hat ebenso viele Kalorien wie Haushaltszucker, jedoch eine geringere Süßkraft;  wird oft als Fettersatz oder Streckmittel in „light“-Produkten verwendet

Malzzucker

entsteht beim Abbau von Stärke, z.B. aus Kartoffeln; industriell wird er aus gekeimter Gerste hergestellt;  hat nur ca. 40 % der Süßkraft von Haushaltszucker

Malzextrakt / Malzsirup

aus Gersten-Malz hergestellter Sirup mit einem Zuckeranteil von mehr als 50 %

Mannose

Einfachzucker, der sich häufig in Lebensmitteln findet, die mit Verdickungsmitteln und Stabilisatoren angedickt wurden

Melasse

zäher Zuckersirup, der als Nebenprodukt bei der Zuckerherstellung entsteht

Milchzucker

siehe Lactose

Modifizierte Stärke

natürliche Stärke, z.B. aus Mais oder Kartoffeln wird chemisch so verändert, dass sie sich exakt den Produktbedürfnisse anpasst , z.B. feste Gelees zu bilden

Muscovado

unraffinierter Vollrohrzucker, der aus dem Saft des Zuckerrohrs gewonnen wird

 

 

N

 

Naturreissirup / Reissirup

wird aus gekochtem Reis gewonnen  und enthält fast ausschließlich Traubenzucker

 

 

O

 

Oligofructose

eine Form von Fruchtzucker, die durch die menschlichen Verdauungsenzyme nicht abgebaut werden kann und daher zu den Ballaststoffen zählt, ca. 30 – 50 % der Süßkraft von Haushaltszucker

 

 

P

 

Panela-Zucker

unraffinierter Vollrohrzucker aus 100% Zuckerrohrsaft

Polydextrose

E 1200; eine synthetische Verbindung aus Citronensäure, Sorbit und Glucose, enthält pro Gramm nur 1 bis 2 kcal

Puderzucker

wird durch das Mahlen von raffiniertem weißen Zucker gewonnen

 

 

R

 

Raffinadezucker

weißer Haushaltszucker aus Zuckerrohr oder Zuckerrüben, der durch Raffination gereinigt wird

Raffinose

kommt in Pflanzen vor und setzt sich aus Fructose, Galactose und Glucose zusammen

Rohzucker

kann sowohl aus der Zuckerrübe als auch aus Zuckerrohr gewonnen werden und wird nicht ganz so stark raffiniert, wie Haushaltszucker

Rohrzucker

Zucker, der aus Zuckerrohr gewonnen wird

Rübensaft / Rübensirup /

Rübenkraut

wird aus dem Saft von Zuckerrüben gewonnen

Rübenzucker

wird aus Zuckerrüben gewonnen

 

 

S

 

Saccharose

Fachbegriff für Haushaltszucker

Schwarze Melasse

im Gegensatz zur hellen Melasse, die noch ziemlich viele Zuckerkristalle enthält, hat schwarze Melasse nur einen Zuckergehalt von ca. 60 % und damit eine geringere Süßkraft

Sorbit / Sorbitol

E 420; Zuckeraustauschstoff mit geringem Kaloriengehalt; wird z.B. oft in „zuckerfreien“ Bonbons und Kaugummis verwendet

Stärkesirup

siehe Glukose-Sirup

Süßmolkenpulver

entsteht durch Trocknen der bei der Käseherstellung anfallenden Süßmolke; enthält bis zu 75 % Milchzucker (Laktose)

 

 

T

 

Traubenfruchtsüße/  Traubensüße

aus Trauben gewonnener Dicksaft, der aus Wasser, Fruchtzucker und Traubenzucker besteht;  wird zum Süßen von Lebensmitteln wie Joghurt oder Limonade verwendet

Traubenzucker

siehe Glucose; kommt z.B. in Lebensmitteln wie Brot, Reis, Nudeln, Teigwaren, Kartoffeln und Früchten vor; wurde in Trauben zum ersten Mal entdeckt, wodurch der Name entstand

Turbinado Zucker

ein aus Zuckerrohr nur teilweise raffinierter Zucker, der einen Teil der Melasse behält

 

 

V

 

Vanillezucker

weißer Zucker (Raffinade), der mit fein geriebenem Vanillemark gemischt wurde

 

 

W

 

Weizendextrin

siehe Dextrin

 

 

X

 

Xucker

Markenname, unter dem Erythrit und Xylit vertrieben werden

Xylit

siehe Birkenzucker

 

 

Z

 

Zuckerrohrsaft

entsteht durch Auspressen von Zuckerrohrstangen, da es sich um ein natürliches Lebensmittel handelt, wird er als gesünder als Haushaltszucker vermarktet, enthält aber ebenso viele Kalorien

Zuckerrübenkraut / Zuckerrübensaft

siehe Rübenkraut / Rübensaft

Zuckersirup

entsteht durch Aufkochen von Zucker und Wasser und wird in zahlreichen Speisen und Getränken weiterverarbeitet